Covid-19 - Designer stellt Produktionsdaten für Einweg-Gesichtsmaske ins Netz

Um dem aktuellen Lieferengpass an Gesichtsmasken für die Bevölkerung entgegenzuwirken, hat der Designer Alexander Dort eine einfach gehaltene Gesichtsmaske entwickelt, die durch Verpackungsdruckereien, Weiterverarbeiter oder auch Besitzer eines Schneidplotters sehr schnell in großer Menge produziert werden kann.

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Feedback von Herrn Andreas Ritter, www.kartenmachen.de

Der Bedarf an Gesichtsmasken ist durch die weltweit grassierende COVID-19 Pandemie derzeit enorm. Die Verfügbarkeit solcher Masken jedoch begrenzt. Masken werden daher mittlerweile oftmals von Werkstätten, Schneiderei und freiwilligen Hilfskräften manuell gefertigt. Die Produktionskapazitäten und -geschwindigkeiten hierfür sind jedoch stark limitiert. Auf der anderen Seite stehen in der Verpackungsindustrioe derzeit viele industrielle Produktionssysteme pandemiebedingt still. Hieraus ist dem Verpackungsdesigner Alexander Dort die Idee entstanden, die enormen Produktionskapazitäten der weltweiten Druck- und Verpackungsindustrie zu nutzen, um einfache Gesichts- und Gesichtsmasken in hoher Auflage zu produzieren. Diese hat er so gestaltet, dass rein theoretisch jede Druckerei und jeder Weiterverarbeitungsbetrieb, die über eine einfache Stanze im 3B-Format verfügen, oder auch Besitzer von Schneidplottern solche Masken aus Faltschachtelkarton oder Folie produzieren können. Eine Drucklegung ist im einfachsten Falle dazu noch nicht einmal nötig, könnte jedoch zur Verschönerung der Masken oder zu Werbezwecken ebenfalls genutzt werden.

Die Basis dieser Gesichtsmasken bildet dabei ein flach zu produzierender Zuschnitt, der so gestaltet ist, dass durch Zusammenfalten eine Tasche zur Aufnahme von Standard-.Zellstofftaschentüchern entsteht, die einfach nur eingelegt werden müssen und auch regelmäßig erneuert werden können. Auch wurde Wert darauf gelegt, dass diese Masken nicht aufwendig verarbeitet werden müssen – zum Beispiel durch anbringung von Haltegummis – sondern genau so, wie sie aus der Stanzmaschine kommen, gleich flach gestapelt in den Versand gehen können. Somit sind hier auch sehr große Mengen sehr platzsparend transportierbar.

Damit die Masken auf möglichst jede Kopfgröße und -form passen, stehen auf dem Produktionsbogen drei verschiedene, gekennzeichnete Maskengrößen zur Verfügung – 2 Nutzen Small, 2 Nutzen Medium, und 1 Nutzen Large. Die unter Creative Common herausgegebene Stanzkontur muss somit nur noch zum Bau einer Stanze von den Betrieben verwendet werden und die Produktion kann auf Standardsubstraten sofort starten. Als geeignete Substrate gibt Alexander Dort alle Faltschachtelkartons ab 170 g/qm bis maximal 500 g/qm sowie alle Folien ab 25 µm an. Eine Aufbauanleitung gibt es keine, da der Zuschnitt nach Aussage Alexander Dorts selbsterklärend ist.

Die Daten können unverändert zur nicht kommerziellen Nutzung ohne jegliche Beschränkung weltweit genutzt und weitergereicht werden. Auch ein farbliches Ausgestalten der Masken ist hierbei erlaubt.

Ob und in welchem Maße diese Masken gegen eine mögliche Infektion mit Sars-CoV-2-Erregern oder auch andere Erreger schützen können, vermag Alexander Dort nicht zu sagen. Er erhofft sich jedoch, dass diese Masken wenigstens einen einfachen Spuckschutz vor direkter Tröpfcheninfektion vor allem bei möglicherweise bereits infizierten Trägern der Masken zum Schutze deren Umfelds dienen kann. Auch kann Alexander Dort noch nichts zum Tragekomfort der Masken oder die Haltbarkeit aussagen. Nach eigener Aussage hofft er aber, so viel Feedback wie möglich aus der Industrie und den Verwendern der Daten zu erhalten, um das Design noch optimieren und an die Bedürfnisse der Träger anpassen zu können. Auch eine gemeinsame Ausgestaltung und Weiterentwicklung der recht kurzfristig angelegten Designs der Masken im Dialog mit anderen Designern kann sich Alexander Dort sehr gut vorstellen. Auch aufwendigere Maskenlösungen für die Weiterverarbeitung über eine Klebestraße wären hier denkbar.

Alexander Dort zu der Maske "Mein Anliegen war es, die Verfügbarkeit einfacher Gesichtsmasken in sehr großer Auflage und in kürzester Zeit zu ermöglichen. Zum einen wird aus meiner Sicht eine Maskenpflicht in vielen Nationen auf uns zukommen, zum anderen stelle ich auch seit geraumer Zeit eine große Akzeptanz und Nachfrage für solche Masken in der Bevölkerung fest. Daher nutzte ich meine Möglichkeiten als Verpackungsdesigner, solch einfache Masken zu entwickeln und so auszugestalten, dass diese durch einfach zu wechselnde Filter, die nichts anderes sind, als eingelegte Standard-Zellstofftaschentücher, trotz ihren einfachen Aufbaus eine recht große Lebensdauer haben können. Dabei sollte das Design dieser Masken so einfach wie möglich und der Produktionsaufwand sehr gering sein. Prädestiniert für solche Großproduktionen ist bekanntlich die Druckindustrie. Hier könnten, sofern alle mit anpacken und die weltweiten Produktionskapazitäten vor allem der Verpackungsdrucker und Weiterverarbeiter vollumfänglich genutzt werden, binnen kürzester Zeit Milliarden dieser Masken weltweit hergestellt und an die Bevölkerungen verteilt oder bspw. in Supermärkten ausgegeben werden. Selbstverständlich kostet diese Produktion jedes Unternehmen, das hier mitmachen möchte, ein wenig Geld. Aber ich weiß auch, dass in vielen Druckereien noch diverse Substrate, die aus früheren Produktionen übriggeblieben und meist bereits bezahlt oder abgeschrieben sind, ungenutzt verfügbar sind und oftmals nach einer gewissen Zeit nur dem Recycling zugeführt werden. Somit wäre mit einem beherzten Einsatz der Betriebe dann nur noch eine Stanzform zu bauen und die Maschinenstunden zu kalkulieren. Im Gegenzug kann diese Maske falls erwünscht natürlich auch mit Eigenwerbung bedruckt werden und somit einen Teil der Kosten über das Marketing abgeschrieben werden." Alexander Dort abschließend: "Ich hoffe, dass die Möglichkeiten einer solchen weltweit verteilten Produktion, die es so übrigens noch nie gab, die wir nun aber dringend benötigen, von allen Unternehmen, Betrieben und auch Privatleuten, die wir zum Streuen dieser Links in den sozialen Netzwerken ebenso benötigen, verstanden werden und diese Produktionsdaten so oft wie möglich geteilt werden. Genau genommen brauchen wir hier nun das erste Mal eine funktionierende Symbiose aus dem Internet und der Druck- und Verpackungsindustrie, um eine weltweite Verfügbarkeit dringend benötigter Gesichtsmasken zu gewährleisten. Wissen Sie, dieses Virus stellt uns Menschen vor eine höchst philosophische Aufgabe: Bedingt dadurch, dass keiner von uns weiß, ob er bereits infiziert ist und dadurch Mitmenschen anstecken und deren Leben gefährden kann, verlangt das Virus von uns zu verstehen, dass nur wenn wir unsere Mitmenschen schützen und nur, wenn alle dabei mitmachen, wir uns letztlich selbst schützen können. Ein Zufall? Ich glaube nicht. Diese Erfolgsgeschichte im Kampf gegen das Virus werden wir nur gemeinsam schreiben können."

Diese Masken und auch die verwendeten Filter sind zudem zu 100 % recyclierbar, da sie ausschließlich aus Karton und Zellulose bestehen und somit dem Materialkreislauf bei geringstmöglichem CO2-Ausstoß wieder zugeführt werden können. Alexander Dort hierzu: "Aktuell scheint das Thema Nachhaltigkeit, Plastikmüll und auch CO2-Ausstoß eine untergeordnete Rolle bei den Bestrebungen nach Lösungen zum Kampf gegen das Virus zu spielen. Dieses Problem wird uns aber spätestens nach der Krise wieder auf die Füße fallen und uns bewusst machen, dass wir aus einem Aktionismus heraus vielleicht die ein oder andere unüberlegte Entscheidung trafen. Diese Müllberge, die durch aktuelle Atemschutzmasken, Visiere und weitere PPE-Lösungen, die weitestgehend Plastik und Mikroplastik als Komponenten beinhalten, weltweit rasant entstehen, werden unsere Bestrebungen der letzten Jahre um Verbesserung der Situation zum Schutze unserer Umwelt um Jahrzehnte zurückwerfen."


Die beigefügte PDF-Datei liegt im PDF/X-1a-Format vor. Die Daten für den Stanzformenbau liegen bereits als Sonderfarben vor (Cut / Crease). Auf den Einbau von Haltepunkten hat Alexander Dort bewusst verzichtet, damit diese Daten mit möglichst vielen Substraten und Substratstärken genutzt werden können. Auch die offenen Daten oder Layouts für weitere Bogenformate stellt Alexander Dort nach eigenen Angaben gerne auf Wunsch zur Verfügung.

Edit: eine neue, optimierte Version steht hier zum Download bereit.


Edit: Zusammen mit Andreas Ritter von Kartenmachen.de ist nun erneut eine neue Version der Maske entstanden, die mit zusätzlichen Straps einen verbesserten Halt und Tragekomfort ermöglichen soll.
Die Daten dazu können ebenfalls hier heruntergeladen werden.

Eine wichtige Anmerkung zu der "Non Commercial" Lizenz: Mich haben hier vermehrt Fragen erreicht, ob dieses Lizenzmodell ein Verkauf der Masken komplett ausschließt. Mit dieser Lizenz möchte ich einfach nur vermeiden, dass sich findige Unternehmer an der kostenlosen Zurverfügungstellung meiner Daten bereichern. So lange nach korrekter Kalkulation diese Masken zum Selbstkostenpreis inkl. Materialkosten und Produktionskosten OHNE GEWINN verkauft werden, so ist dies natürlich erlaubt. Hierdurch können dann auch Druckereien und Weiterverarbeiter ihr Unternehmen unter Vollast am Laufen halten, ohne staatliche Förderungen in Anspruch nehmen zu können. Auch dies war ja Ziel dieser Idee. Über ein Feedback bei Nutzung und ggf. Verbesserungsvorschlägen sowie die bei Creative Commons obligatorische Namensnennung würde ich mich natürlich freuen.


Edit: Ich habe dieses Wochenende damit verbracht, am EUvsVIRUS hackathon teilzunehmen. Dieser hackathon war ein Monster mit mehr als 20.000 Teilnehmern und mehr als 300 ehrenamtlichen Organisatoren, Mentoren und Teamleitern. Vielen Dank an alle beteiligten Personen und Unternehmen, die dies möglich gemacht haben! Ich hoffe, dass die Ideen und Konzepte einen tiefen Eindruck im Kampf gegen die Korona hinterlassen und die Kraft der menschlichen Zusammenarbeit auch für die Zukunft zeigen werden. Das war GROSS in jeder Hinsicht! Heute Nacht um 0400 Zulu-Zeit habe ich es geschafft, das Projekt rechtzeitig abzuschließen.

Das Projekt kann hier gefunden werden: https://lnkd.in/d_s-5fT

Hier ist mein Pitch-Video für diesen hackathon in normaler Geschwindigkeit (für die Anmeldung beschleunigt, um die max. Länge von 2 Min. zu erreichen):

 


Auch eine Facebook-Gruppe gibt es zu diesen Themen. Diese finden Sie hier: www.facebook.com/groups/printagainstcovid19/

 

Weitere Informationen und Kontakt für Rückfragen: www.alexanderdort.com



Über Alexander Dort:

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Alexander Dort als freischaffender Designer, Produktioner, Werbe- und Marketingberater, Autor und Programmierer. Sein Hauptfokus liegt hierbei auf kreativem Design und Produktionsmanagement für hochveredelte und wertsteigernde Verpackungsprojekte sowie Sicherheitsdruck und Markenschutz.


Firma: Alexander Dort












Tue, 31 Mar 2020 16:26:00
Am Altzberg 28
66540 Neunkirchen-Hangard
Deutschland

Kontaktperson:

Alexander Dort
Position: Inhaber
Kontakt Telefon: 06897-918521
Kontakt E-Mail: alex[at]alexanderdort.com

Webseite:

www.alexanderdort.com






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